Kathedrale La Seu in Palma | Wahrzeichen von Mallorca

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Das größte und bedeutendste Gotteshaus in der Hauptstadt von Mallorca ist die Kathedrale der Heiligen Maria in der Altstadt, die im Volksmund oft einfach Kathedrale La Seu genannt wird.

„La Seu“ bedeutet auf katalanisch „Bischofskirche“. Dieses imposante Gotteshaus ist das Wahrzeichen der Hauptstadt Palma de Mallorca.

Entstehungsgeschichte der Kathedrale

Das größte Kirchengebäude der Stadt Palma de Mallorca hat eine lange Entstehungsgeschichte hinter sich. Nach der Befreiung von der Maurenherrschaft begann der damalige König Jaume I, im Jahr 1230, an der Stelle einer islamischen Moschee mit der Grundsteinlegung für das Gotteshaus, die heutige Kathedrale La Seu.

Es dauerte mehrere Jahrhunderte, bis der Sakralbau fertig gestellt wurde. Am 29. Juli 1587 wurde der Bau des gewaltigen Hauptportals beendet und der Bau des Kirchenschiffs abgeschlossen.

Im Jahr 1851 wurden große Teile der Kathedrale durch ein Erdbeben zerstört. Im Zuge der Umbauarbeiten, die nach dem Erdbeben vorgenommen wurde, erhielt die gotische Kathedrale La Seu größtenteils Elemente der Neugotik die sehr künstlich wirkten. Etwa 50 Jahre später, Anfang des 20. Jahrhunderts, erhielt der berühmte katalanische Architekt Antoni Gaudi einen Auftrag den gotischen Stil der Kathedrale wieder herzustellen. Er gab der Kathedrale La Seu die heutige Form, ersetzte den barocken Altar aus dem 18. Jahrhundert durch einen gotischen und verlegte das Chorgestühl vom Mittelschiff in die Hauptsapsis.

Im 21. Jahrhundert fand eine Neugestaltung der Sankt-Peters-Kapelle des Allerheiligsten im rechten Seitenschiff statt. Sie wurde vom mallorquinischen Künstler Miguel Barceló vorgenommen. Im Februar 2007 fand die Einweihung der neuen Kapelle statt.

Architektur und Gestaltung der Kathedrale

Die Kathedrale La Seu wurde zum größten Teil aus Sandstein gebaut, ihre imposante Architektur beeindruckt gleichermaßen sowohl von außen als auch von innen. Der Innenraum besteht aus 3 Schiffen, das Hauptschiff hat eine Höhe von 44 Metern und ist somit eines der höchsten in Europas. Die gesamte Kathedrale La Seu hat eine Länge von 109,5 Meter und eine Breite von 33 Meter.

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Die Kathedrale gilt bis heute als eines der wertvollsten gotischen Bauwerke in ganz Spanien. Eine besondere Aufmerksamkeit verdienen die 3 großen Portale der Kathedrale. Das Portal Major ist der eigentliche Haupteingang der Kathedrale und bietet eine schöne Aussicht auf den königlichen Palast Almudaina in Palma de Mallorca, der gegenüber der Kathedrale liegt. Das Portal „Die Porta des Mirador“ ist ein etwa 15 Meter hoher Spitzbogen und am aufwendigsten verziert. Im Giebelfeld des Portals ist eine Abendmahldarstellung zu sehen. Über dem Portal de L`Amoina befindet sich ein großer, befestigter Glockenturm mit insgesamt 9 Glocken.

Im Glockenturm ist ein im Jahr 1932 gegründetes Museum untergebracht, in dem Kostbarkeiten zu sehen sind, die in früheren Zeiten bei Gottesdiensten gebraucht wurden. Besonders wertvoll sind eine gotische Skulpturen- und Gemäldesammlung und eine Sammlung von Silberschmiedearbeiten. Schätze des 13. Und 14. Jahrhunderts sind im Erdgeschoss des Turmes untergebracht, die beiden Kapitalsäulen sind der gotischen Werken aus dem 15. Jahrhundert und der barocken Objekten aus dem 18. Jahrhundert gewidmet.

Im rechten Seitenschiff ist die Kapelle der Allerheiligsten mit ihrer riesigen Keramik besonders sehenswert. Sie wurde neben dem Leuchter über dem Altar Anfangs des 20. Jahrhunderts vom Architekt Antoni Gaudi gestaltet. Auch der Hauptaltar wurde vom Antoni Gaudi Anfang des 20. Jahrhunderts umgestaltet.

 „Kathedrale des Lichts“

Beeindruckend ist das im Jahr 1370 gebaute und 1599 verglaste Rundfenster, das einen Durchmesser von 12,55 m und eine Fläche von 97,5 m hat. In diesem Fenster sind mehr als 1200 bunte Glasstücke zusammengesetzt, es wird als „größte gotische Rosette der Welt“ bezeichnet. Ungewöhnlich ist die Lage der Rosette – es befindet sich in der Hauptapsis und hat eine Form der Streben, Davidstern.

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Die zweitgrößte Fensterrosette hat einen Durchmesser von 11,52 m und befindet sich über dem Altarraum. Die Kathedrale La Seu verfügt über 7 weitere Fensterrosetten, sowie 61 seitliche Buntglasfenster. Wegen dieser beiden großen Fensterrosetten, sowie der 61 seitlichen Buntglasfenster trägt die Kathedrale den Beinamen „Kathedrale des Lichts“.

Lichtspektakel in der Kathedrale

Ein Besuch der Kathedrale La Seu lohnt sich besonders wegen der wunderschönen Lichtspiele, die dank den beiden großen Fensterrosetten in der Kirche entstehen. Die beiden Fensterrosetten, stehen zweimal im Jahr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. An jedem 2. Februar und 11. November ist in der Kathedrale eine „Licht-Acht“ zu sehen, sie wird noch als „magische Acht“ bezeichnet.

Wer das Lichtspektakel erleben möchte, muss an diesen Tagen etwas frühere aufstehen, und das Wetter muss natürlich mitspielen. Gegen 8 Uhr morgens fallen die Sonnenstrahlen durch die Scheiben der bunten Hauptrosetten so in das Hauptschiff ein, dass eine Projektion des Ornaments unterhalb der kleineren Rosette an die Innenwand der Hauptfassade fällt. Die bunten runden Muster befinden sich so untereinander, dass eine Acht entsteht.

Ein zweites Lichtspektakel können die Besucher kurz vor Weihnachten sehen. Dieses Lichtspiel ist am besten von außen zu beobachten. Am 21. und 22. Dezember fallen die Sonnenstrahlen der aufgehenden Sonne so in die Kirche ein, dass sich von außen durch die Farbmischung ein wunderschöner Effekt ergibt. Die Rosette leuchtet dann und strahlt in kräftigeren Tönen als gewöhnlich. An diesen Tagen öffnet das gegenüber der Kathedrale liegende „Museu Es Baluard“ seine Besucherterrasse sehr früh morgens, um den zahlreichen Besuchern die Aussicht zu ermöglichen.

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Gottesdienste in deutscher Sprache

Auf der spanischen Insel Mallorca gibt es seit mehreren Jahren Gottesdienste in deutscher Sprache. Auch in der Kathedrale La Seu finden jedes Jahr vor Weihnachten, am Heiligabend, ökumenische Gottesdienste auf Deutsch statt. Die deutschen Touristen und Reisenden kommen am 24. Dezember um 15.30 und 17.00 Uhr in die Kathedrale, um nicht nur das imposante Gotteshaus zu bewundern, sondern auch ein feierliches Gottesdienst in Muttersprache abzuhalten. Zu diesen beiden Gottesdiensten finden sich alljährlich rund 6.000 Besucher ein, sie sind die größten deutschsprachigen Gottesdienste im Ausland.

Aufstieg zu den Dachterrassen

Seit Juli 2016 gibt es in der Kathedrale La Seu geführte Touren zu und über die Dachterrassen zum Kirchturm. Die Führung vom Portal de L‘Almoina bis zum Kirchturm dauert etwa 1 Stunde und findet in katalanischer und spanischer Sprache statt. Die Besucher müssen dabei 215 Stufen hochsteigen. Das große bunte Rosettenfenster und die gotischen Figuren der Kathedrale wirken von oben noch viel imposanter als von unten.

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Author: vitas